Am Montag habe ich erstmal ausgiebig die Errungenschafften des Internets genutzt, eigentlich schon fast meinen Rückflug asgesucht, nur um dann im Laufe der Woche festzustellen, dass die AirFranceSeite seitdem einen Deffekt aufweist und mich keine Flüge mehr aussuchen lässt... Tja... noch ein bisschen warten, und davor geht es wohl nach Mada im Mai... blöderweise verbleiben mir somit nur noch eineinhalb Monate hier... ein wahrer Schock!
Der zweite Schock war die erste Kakerlake in meinem Bad. Also die erste große. Also eigentlich war es schon ok. Ich hab sie samt dem Topf auf dem sie saß aus der Dusche gestellt, und geduscht. Blöderweise hat sie sich währenddessen in dem Topf ertränkt. Das war schockierend, vor allem dank Flos Kommentar: „Die wird wohl deinen Anblick nicht ertragen haben“...
Am Dienstag sind wirklich früh aufgestanden, um ein paar Delphine u sehen. Leider war es wohl nicht der optimale Tag, um Delphine zu sehen, aber nachdem ein paar andere Erasmusleute am Tag zuvor ungefähr doppelt so viele Delphine gesehen haben wollen, wie offiziell überhaupt hier leben, waren die wohl einfach nur zu fertig nach dieser offensichtlichen Familienfeier, dass sie sich nicht von der dicken Frau filmen lassen wollten, die stattdessen einfach im Zehnminutenwechsel das Meer, ein nassgespritztes Paar und die Küste gefilmt hat. Zwweieinhalb Stunden versperrte Sicht und zweieinhalb Stunden Langeweile für arme Daheimgebliebene. Dafür gabs dank netter Tischnachbarn abere wenigstens ein doch auch für Erasmusstudenten sättigendes Frühstück und einen blebenden Eindruck beim Bordpersonal angesichts unseres Croissants- und Punchverzehrs...


(1. eine Ravine... so zerfurcht ist die Küste hier alle paar Kilometer, und vom Meer aus kann ich das auch euch mal bildlich vernünftig zeigen...)

(2. na, na, na, kann nochmal jemand sooo ausgiebig gähnen, wenn es keine Delphine gibt?)Anschließend ein bisschen Shopping beim Pardon!-Teufelchen, Souvenirshopping für Karin und die Einsicht, dass wohl auch Franzosen keine bessere Meinung von den geistigen Fähigkeiten blonder Frauen haben als deutsche Witzeerfinder – imerhin verkaufen sie diese Tee-Shirts auch noch für schlappe 25 Euro.... Anschließend so langes Schnorcheln am Strand, bis wir den halben Weg zum Riff zurückgelegt hatten – nur um dann endlich doch einzusehen, dass es hier einfach weniger Korallen und Fische gibt als auf Mayotte... Und eine Rückkehr nach Hause mit einem Perierr-Tablett in der Tasche. Irgendwie doch sehr erfolgreich, der Tag. Vor allem weil es abends noch ehct Gnocchi gab und eine weitere Fuck-da-CROUS-Party...
Den Mittwoch verbrachte ich dank einer typisch réunionesischen Hitzeerkrankung gleich mal im Bett... Eigentlich der einzige Tag der Woche, den ich in der Uni hätte verbringen müssen. Denn wir hatten Semaine Sportife... das heißt, wir waren von allem Kursen offiziell befreit, und den einzigen Kurs, den ich hätte besuchen müssen, hab ich dank meines spontanen Fieber-Kopfweh-Schwindel-Anfall dann auch nicht besucht. Allerdings ist auch die Oganisation der Sportwoche etwas an uns vorbeigezogen, weshalb wir hauptsächlich als Zuschauer aktiv waren, und im Pool geplanscht haben, statt und wirklich aktiv zu beteiligen.
Donnerstag gings mal wieder ohne Auto zum Strand surfen. Ferien sind doof! Nachdem der Strand schon überfüllt war, war es diesmal auch das Wasser. Surfen mit Abenteuerzusatz. Der bestand bei mir dann allerdings doch nicht in extremen Frust wegen der viel zu schnellen Kinder oder einem Überfahrunfall, sondern lediglich in einem ufgeschrammten Knie, zwei genialen Surfwellen und einem Sturz mit der halben Fußfläche auf einen rießigen Seeigel, der mir eine ganze Menge roter Flecken, leicht zu entfernender Stacheln – abere unter dem Ballen auch ein paar nicht zu entfernende schmerzende Stacheln eingebracht hat. Und eine Humpelpartie mitsamt Brett zurück zum Strand, zum Bus und nach Hause. Da haben immerhin vier Franzosen ihren Spaß gehabt als ich immer wieder vor Schmerz laut aufgeschriebn habe, während sie versucht haben, mir diesen Rest zu entfernen. Erfolglos. Also doch rauseitern? Ah!
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(1. wenig eindrucksvolles Foto von einem wirklich schmerzenden Fuß..., 2. das spontan am Postkartenstand gefundene Beweisfoto für Isa... selbst Passionsfrüchte in Rot heißen hier manchmal Granadelle)Freitag morgen kamen dann auch schon Karins Koffer in mein Zimmer. Dann ging das Gerenne los, Internet, einkaufen, vollbepackt zum Bus, etc. Zuerst ging es nach St. Gilles, weil wir dank der nicht vorhandenen Delphine am Dienstag eine weitere Fahrt gewonnen hatten. Mit drei Samoussas, drei Gläsern Punsch, keinen Delphinen, einem mittelmäßigen Sonnenn untergang und Sega aus der Buchse.

(1. eine sehr unglücklich gewählte Stelle, um die Errungenschaften eines Glasbodenbootes zu veranschaulichen, 2. und 3. der Teil vom Sonnenuntergang, der noch zu sehen war, ebenso unten...)



Lustig war es dennoch, vor allem weil wir leicht angeheitert das Schiff verliesen und die Fähigkeiten eines Spiegels beim angrenzenden deutschsprechenden russischen Pizzabudenbesitzer entdeckten.

(Karin, Netti und ich)Und ab zum Strand nach Boucan! Wenn man einen Abschied wenigstens richtig feiert, sind sie auch was schönes! Also: Dodo et Charette, Weihnachten zum trinken, neue Menschen und liebgewonnene Alte, Nachtbaden und Nacktbaden, Diskussionen und Blödsinnreden, Hängemattenabhängen und Schlafsacklager bauen, Kopfmassagen mit Spezialsandeffekt und schlafen auf fremden Füßen, feiern, tanzen, Fotos machen, Feuer gucken, Musik hören, schlecht singen, Spaß haben, ...

(1. Ann und Sanni, 2. Feuer, was auch immer wir da verbrannt haben, 3. Ann, Sanni und Katha, Abschiedsparty und Alkohol... so gehört sich das Vergessen...)

(1. We love hats, Katha, Leen und Dani, 2. Netti und Dimitri, mein Dauerschlafsackdieb, 3. andere verdrängen die Trauer anders...)

(1. on est triste que tu partes... Karin, Katha et Cédric, 2. Herzchenteelichtfeuer, 3. Hängematten sind toll! Naim et Lis)...und das bis irgendwann ganz früh Samstag morgens, dann in den Schlafsack fallen, schlafen, nichts vom Regen merken, aufwachen, verschlafene Gesichter sehen, am Strand abhängen, und das Leben Toll finden!
Nur: gib nie ein paar verschlafenen Erasmusstudenten eine Tube Sonnenmilch... das gibt aus purer Faulheit, die Sonnencreme bei einem der regelmäßigen Meerbesuche wieder abzuwaschen dauerhafte Rot-Braun-Weiße Arschgeweihe oder Baummandalas... =)






Irgendwann mussten wir dann aber auch schon wieder zurück. Karin und Dani mussten noch Koffer packen, was essen, alle Bilder wollten zusammengesucht sein, alle lieben Leute verabschiedet, Stress und viel viel Rumgerenne - und das komplett übermüdet...
Letztendlich haben wir es dann aber doch alle rechtzeitig zum Fluhafen zum Überraschungs-Réunion-Verabschiedungspiquenique geschafft, und die beiden ins Flugzeug...
Und ich will gar nicht gehen... da fließen schon Tränen, wenn man nur liebgewonnene Menschen ins Flugzeug verabschiedet... Und wiederkommen wird hier nicht so einfach. Das wird ein endgültiger Abschied, von diesem très-proche-Erasmüs-Leben, der wunderschönen kleinen Insel, und vielem anderen... Wahrscheinlich wird das keine Sehnsucht und kein Fernweh nach sich ziehen, sondern ein echtes Heimweh, so ungern manche Menschen dieses Wort hören werden. Aber die U-Kurve bewahrheitet sich und wird in Deutschland fortgesetzt werden. Der wissenschaftlichen Beweisführung wegen...
Heute, Sonntag, macht mir das Wetter einen Strich durch die Organisation der verbleibenden knappen Zeit hier unten... Ein Zyklon. Nur im Osten, aber da wollten wir wandern gehen. Also sitze ich an der Bib, schreibe Blog, schlafe ein bisschen aus, schaue französische Filme um die Sprachkenntnisse zu verbessern, rede nicht nur aus diesem Grund stundenlang mit Nico auf dem Balkon über Gott und die Welt, räume nach zwei Tagen geteilten Zimmer mal wieder auf, geh kochen, denn ohne Gesellschaft fühlt man sich nach einem Erasmüsleben ziemlich einsam, und lese wieder und wieder Reise-und Wanderführer um die Zeit um Uni und Surfen möglichst gut zu verplanen. Daheim brauch ich erstmal Urlaub. Aber was solls... =)
Und dann will ja auch für da schon wieder so viel organisiert sein...
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Ich korrigiere mich: AirFranceSeite geht wieder, ich bin nochmal heim, vollkommen durchnässt wieder hier angekommen und hab gebucht... mag manchem viel zu spät erscheinen, aber am 14.06. werde ich wieder deutschen Boden unter meinen Füßen haben... das sind meiner spontanen Rechnung nach noch circa 91 Tage... ziemlich wenig meines Erachtens, wenn auch dank leichter Preisunterschiede etwas mehr als ursprünglich gedacht. Wenn es allerdings noch nach Madagascar oder auf die Comoren gehen sollte... tja... dann wird die Planung zumindest für Réunion ziemlich knapp... also bitte bitte Daumen drücken, dass ich noch alles schaff, und euch nicht gleich wieder wegfliegen muss, weil ich eine tolle Wanderung oder gar einen Vulkanausbruch verpasst habe... =)