Samstag, 8. März 2008

La semaine universitaire

Mein Stundenplan steht nun endlich fest, nachdem das Semester ja schon wieder halb rum ist: Dienstag: morgen ab und an tauchen, ab halb vier klettern, danach Cultures comparées bei M. Barrat bis circa sieben.
Mittwoch: von drei bis fünf FLE, von sechs bis acht Sociologie des Minorités.
Donnerstag: von drei bis fünf Erasmuskurs bei M. Barrat und Créolkurs bei M. Gauvin.
C’est tout!

Höhepunkt der Woche: zum ersten Mal seit meiner Ankunft hat ein Professor immerhin fast 10 Minuten über einen Soziologen und dessen Theorie gesprochen hat. Leider war die Anwendung auf das Beispiel danach noch immer nur den beiden Erasmusstudenten klar, die die Theorie bereits kannten...
Tiefpunkt: Die Erläuterungen Monsieur Livés zum deutschen Immigrationssystem, seine Ansicht, dass die Schwarzen in Amerika keine ethnische Minderheit sein können, weil es ja schließlich Schwarze in gesellschaftlich höheren Schichten gibt und nicht alle in Harlem wohnen – was ihn natürlich nicht davon abhält, eine dreiviertel Stunde später eben diese Bevölkerungsgruppe als bestes Beispiel für eine ethnische Minderheit heranzuziehen. Die Definition einern ethnischen Minderheit ist dagegen circa ein Blatt lang, aber auch nach einer Nachfrage verfügen wir als Quellenangabe nur das Buch, weder Seitenangabe noch Autor dieses Zitats. Der Höhepunkt war jedoch die Aussage, dass die Bambara – der afrikanische Stamm, dem die meisten fliegenden Armbandhändler der westlichen Welt entstammen, selbst an diesem Wirtschaftszweig schuld sind bzw. ihn eigentlich selbst so gewählt hatten; denn schließlich waren sie schon vor der Kolonisation dem Kapitalismus verfallen (schließlich haben sie ja bereits damals ihre Handarbeitserzeugnisse, vor allem eben Schmuck, mit den reisenden Indern und Arabern getauscht. Aus diesem Grund sind sie nicht etwa in eine Rolle gezwängt worden, sondern üben vollkommen freiwillig, weil eben dem Kapitalismus seit Jahrhunderten verfallen, diese Tätigkeit aus. Und es handelt sich hierbei um wörtliche Zitate!

Nachdem ich folglich in der Uni nicht viel neues gelernt hab, kann ich an dieser Stelle noch kurz anbringen, dass ich zumindest privat das fürchten gelehrt wurde. Erstens meinte so ein Mistviech von Ekelrießeninsekt Eier in meinem Zimmer ablegen zu müssen, und nachdem ich diese endlich – hoffentlich – alle entfernt hatte, und mich glücklich in mein Bett gelegt hatte... plötzlich ein großer schwarzer Schatten!
Die ekligsten Tiere überhaupt in diesem Land. Schwarze, gemusterte Rießenspringspinnen, die schneller laufen und springen als man manchmal überhaupt gucken kann, anscheinend auch auf Menschen springen, wenn sie angegriffen werden, aber wohl nicht giftig sind. Dafür haben sie rießige leuchtende Augen, und das ist ziemlich unheimlich. Also absolut eklig, und ein Grund auch ohne Spinnenphobie jeden nur erdenklichen Aufwand zu betreiben, um dieses Vieh wieder aus dem Zimmer zu bekommen. Aber ich hab es immerhin ohne fremde Hilfe geschafft...

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(1. auf meinem Fenster, leider kein guter Größenvergleich, aber wenigstens sieht man auch auf dem Fotos die fettenBeine und die Augen, 2. älteres Größenvergleichsfoto von einer eingefrorenen Spinne... Claire hat fotografiert, starke Jungs das Ding vorher gefangen, tiefgefroren, hindrapiert, und wieder eingefangen, denn tiefkühlen hilft bei sowas nicht...)

3 Kommentare:

Isa hat gesagt…
Dieser Post wurde vom Autoren entfernt.
Isa hat gesagt…

igitt!! C'est dégueu!

Francois hat gesagt…

Liebe Ina,

Spinnen gibts am Samstag nicht. Auch wenns nicht möglich ist dass Du kommst: Bist eingeladen, hab wieder mein Fest mit Schweinebraten, Soßkloß, Chili und Bier in bekannter Adresse ab 20:00.
Wünsche Dir noch viele lange Tage, bis bald

Francois